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Wissenschaftliches Dokumentationswesen

Autor: Sebastian Thiele
Kontakt: berufe_fuer_historiker@yahoo.de
Letzte Änderung: November 2007

 

Wer ist ein Wissenschaftlicher Dokumentar?

Wissenschaftlicher Dokumentar kann sich nennen, wer ein Hochschulstudium absolviert hat und neben erster Berufspraxis im Informations- und Dokumentationsbereich im Rahmen einer Weiterbildung dokumentarische Qualifikationen erworben hat. Damit grenzt sich der Wissenschaftliche Dokumentar insbesondere von den Diplom-Dokumentaren und den Dokumentationsassistenten ab.

Die Abgrenzung geschieht dabei in erster Linie über das methodische und fachliche Wissen, dass im vorangegangenen Hochschulstudium erworben wurde. Dies ermöglicht Wissenschaftlichen Dokumentaren eine andere Herangehensweise an die Problemstellungen ihres Arbeitsbereichs. Allerdings ist im Gegenzug das spezifische Wissen für den Dokumentationsbereich (gerade, was technisches Wissen angeht) bei einem Diplom-Dokumentar sicher ausgeprägter.

Die zentrale Ausbildungsinstitution ist das Institut für Information und Dokumentation an der Fachhochschule Potsdam. In der Regel wird die dortige Weiterbildung im Rahmen eines Volontariats oder Praktikums erworben.

Berufsprofil

Wissenschaftliche Dokumentare können am besten als Informationsspezialisten beschrieben werden.

Die Aufgaben, die sich einem Wissenschaftlichen Dokumentar im Berufsalltag stellen, überschneiden sich mit denen eines Archivars oder Bibliothekars. Wie in einem Archiv oder in einer Bibliothek müssen die Bestände aufgenommen und z. B. über Verschlagwortung erschlossen werden. Im Unterschied zum Archiv wird jedoch in diesem Bereich in der Regel die Promotion nicht vorausgesetzt, da der Bezug zur Wissenschaft nicht im Vordergrund steht. Darüber hinaus ist die Dokumentationsabteilung der zentrale Ansprechpartner im Unternehmen für Rechercheaufträge anderer Mitarbeiter, die die unterschiedlichsten Themenbereiche berühren.

Weiterhin sind Wissenschaftliche Dokumentare Datenbankspezialisten, die effizient in den für das Unternehmen relevanten Datenbanken nach Informationen suchen können und diese auch zur Nutzung für die Mitarbeiter aufarbeiten bzw. präsentieren. Eventuell erstellen sie auch einen täglichen Pressespiegel.

Chancen

Während des Studiums geleistete Praktika in Museen, Archiven, Verlagen oder direkt in Informations- und Dokumentationsabteilungen sind sehr vorteilhaft, um sich im letztgenannten Bereich beruflich zu etablieren. Insbesondere Unternehmen aus dem Pharmazie- und Finanzdienstleistungsbereich haben traditionell größere Informationsabteilungen. Allerdings wird das spezifische Fachwissen eines Historikers bei Verbänden, Verlagen, Hochschulinstitutionen oder großen Medienhäusern sicher besser zum Tragen kommen.

Der Ausblick auf die allgemeine Zukunft im Informations- und Dokumentationsbereich ist ambivalent. Einerseits geht der Trend mittlerweile dahin, es dem direkten Nutzer selbst zu ermöglichen, z.B. über ein Intranet effizient nach den gewünschten Informationen suchen zu können. Dokumentare schaffen sich also zum Teil auch selbst ab, indem sie Wissen an ihre Kollegen weitergeben. Andererseits braucht es immer noch jemand, der das Intranet pflegt und z.B. die Einkaufsverhandlungen mit Datenbankanbietern führt. Zudem steigt die „Informationsflut" Tag für Tag; d.h. der Wissenschaftliche Dokumentar bleibt notwendig, um für das Unternehmen relevante Informationsströme erkennen und leiten zu können.

Weblinks

Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. (DGI)

DGI - Berufsbild Dokumentar

DGI - Berufsbild Infobroker

Institut für Information und Dokumentation an der Fachhochschule Potsdam - Fortbildung zum Wissenschaftlichen Dokumentar / Information Specialist

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