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Historische Museen

Autor: Sebastian Thiele
Kontakt: berufe_fuer_historiker@yahoo.de
Letzte Änderung: Mai 2010
Die berufliche Tätigkeit in historischen Museen unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von anderen klassischen Berufsfeldern, wie etwa dem Archiv- und Bibliothekswesen. Das wissenschaftliche Volontariat hat sich zwar als Einstiegsmöglichkeit etabliert. Es existiert aber keine strukturierte theoretische Ausbildung, die dem Curriculum an der Archivschule Marburg und der Bayerischen Bibliotheksschule in München entsprechen würde. Die Tätigkeit im Museum variiert stark nach Größe, Träger und thematischem Schwerpunkt des jeweiligen Museums. Daher können in diesem Überblicksartikel nur grundlegende Informationen gegeben werden.
Anforderungen und Ausbildungsweg
Für eine wissenschaftliche Tätigkeit im Museum wird in der Regel eine geschichtswissenschaftliche Promotion und eine fachliche Nähe zum thematischen Schwerpunkt des jeweiligen Museums erwartet. Zudem sollten idealerweise erste berufspraktische Erfahrungen im Museumsbereich vorhanden sein (etwa über Praktika oder als Werkstudent). Neben den primär wissenschaftlichen Volontariaten gibt es regelmäßig Volontariate, die eher eine Tätigkeit in der Museumsverwaltung vorsehen (v. a. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit). Hier stehen andere nicht-wissenschaftliche Anforderungen im Vordergrund.
Deutlich anders stellen sich die Anforderungen als Museumspädagoge oder in der Öffentlichkeitsabteilung dar. Hier stehen pädagogische und journalistische Kenntnisse im Vordergrund und weniger der Nachweis einer Promotion. Museumspädagogen organisieren Veranstaltungen und leiten Führungen im Museum und arbeiten ggf. auch mit einem Stab von freien Mitarbeitern zusammen.
Falsch wäre es sicherlich, mangels anderer Berufschancen eine berufliche Tätigkeit im Museumsbereich anzustreben. Es ist eine wichtige Voraussetzung, sich für die Vemittlung und Darstellung geschichtlicher Inhalte begeistern zu können. Als Richtwert für das monatliche Bruttogehalt während eines Volontariats kann man in der Regel von 1.000 bis 1.500€ ausgehen.
Arbeit in Museen
In historischen Museen geht es darum, interessierten Bürgern historische Inhalte zu vermitteln. Allein ist dies kaum möglich: Die Arbeit in Museen ist stark durch Teamarbeit geprägt. Der kreativen Tätigkeit kommt eine große Bedeutung zu, etwa bei der Konzeption neuer Ausstellungen oder gar dem Aufbau eines neuen Museums. Die historischen Objekte müssen nicht nur ausgewählt, sondern auch entsprechend in Szene gesetzt werden.
Attraktiv ist die Verbindung von wissenschaftlicher Arbeit und dem Umgang mit Exponaten. Dazu kommen noch Verwaltungs- und Marketingaufgaben, die man nach und nach übernimmt. Von Kuratoren wird erwartet, dass sie ggf. im Museum anwesend sind, wenn die Besucher da sind, d. h. am Abend und am Wochenende.
Chancen
Werner Transier, Mitarbeiter am Historischen Museum der Pfalz, empfiehlt: "Studierende sollten früh damit beginnen, Praktika zu absolvieren. Wer nach dem Examen die Chance auf eine Volontariatsstelle in einem Museum hat, sollte diese ergreifen. Zudem ist es sinnvoll, Ausstellungen verschiedener historischer Museen zu besuchen. Auch ich mache dies heute noch regelmäßig. So kann man sich neue Anregungen holen oder sehen, was man besser nicht machen sollte."
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Weblinks & Literaturhinweis
Gaus, Wilhelm: Berufe im Informationswesen. Ein Wegweiser zur Ausbildung. Archiv, Bibliothek, Buchwissenschaft, Information und Dokumentation, medizinische Dokumentation, medizinische Informatik, Computerlinguistik, Museum, Berlin 2002.
Deutscher Museumsbund - mit Informationen über Berufsfelder im Museumsbereich und einer wichtigen Jobbörse
Qualifizierungsmaßnahme MUSEALOG
Verband Deutscher Kunsthistoriker - mit Stellenbörse